Photo by Lorem Picsum(https://picsum.photos)
Die Sonne scheint, die Zähler drehen sich – und ab 2026 dreht sich auch so einiges im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Wenn du bereits eine Solaranlage auf dem Dach hast oder gerade überlegst, eine zu installieren, hast du vielleicht gehört, dass sich einiges verschärft. Aber keine Panik! Auch wenn die sogenannte Festvergütung weiter zurücktritt und neue Pflichten hinzukommen, eröffnen sich gerade für private Betreiber spannende neue Möglichkeiten. Wir schauen uns an, was 2026 wirklich anders wird und wie du als Hausbesitzer davon profitieren kannst.
Tschüss Festvergütung, hallo Marktprämie?
Bisher war es so: Du produzierst Strom, speist ihn ins Netz ein und bekommst dafür eine garantierte Vergütung über 20 Jahre. Schön und gut, aber dieses Modell wird ab 2026 für viele Anlagenbetreiber zur Ausnahme. Stattdessen rückt die Direktvermarktung mit Marktprämie in den Vordergrund. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht wirklich.
Bei der Marktprämie verkaufst du deinen Strom am Markt (meist über einen Anbieter, der das für dich übernimmt) und bekommst obendrauf eine Prämie, wenn der Marktpreis unter einem bestimmten Referenzpreis liegt. Die Bundesnetzagentur passt diese Preise übrigens quartalsweise an – also bleibt etwas Dynamik im Spiel.
Gute Nachrichten für Kleinstanlagen: Wenn deine Anlage unter 10 Kilowatt Spitzenleistung bleibt, kannst du weiterhin die gute alte Festvergütung wählen. Für alle größeren Anlagen wird die Direktvermarktung jedoch zunehmend zur Pflicht. Tipp: Lass dich frühzeitig beraten, welches Modell sich für deine Anlagengröße und deinen Verbrauch wirklich lohnt.
Eigenverbrauch wird zum Goldesel
Hier kommt der Clou: Je weniger du ins Netz einspeist und je mehr du selbst verbrauchst, desto unabhängiger bist du von den schwankenden Marktpreisen. Experten sind sich einig: 2026 steht die Wirtschaftlichkeit durch Eigenverbrauch im Mittelpunkt. Das Zauberwort heißt dabei „70-Prozent-Ziel“ – also möglichst drei Viertel deines selbst produzierten Stroms selbst zu nutzen.
Wie geht das? Mit zwei Trümpfen: Einem Batteriespeicher und dynamischen Stromtarifen. Der Speicher puffert deinen überschüssigen Mittagsstrom für den Abend, wenn die Sonne nicht mehr scheint, aber der Fernseher läuft. Dynamische Tarife (oft über Smart-Home-Systeme gesteuert) sorgen dafür, dass du Geräte wie die Waschmaschine oder das E-Auto-Laden automatisch dann startest, wenn der Strompreis gerade niedrig ist – oder wenn deine eigene PV-Anlage besonders gut liefert.
Die Investition in einen Speicher lohnt sich also doppelt: Du entlastest das Stromnetz und deinen Geldbeutel gleichzeitig.
Mieterstrom und Energiegemeinschaften: Das neue Geschäftsmodell
Besitzt du ein Mehrfamilienhaus oder überlegst du, deinen Mietern etwas Gutes zu tun? Dann wird 2026 ein spannendes Jahr für dich! Die Reform des Mieterstrommodells senkt endlich die technischen Hürden für lokale Energiegemeinschaften.
Was bedeutet das konkret? Du kannst Strom aus deiner Solaranlage direkt an deine Mieter verkaufen – und das ohne die volle EEG-Umlage entrichten zu müssen. Das macht den Strom für die Mieter günstiger als vom Grundversorger und dir entsteht eine zusätzliche Einnahmequelle neben der reinen Einspeisung.
Energiegemeinschaften werden so zum echten Gamechanger: Statt dass jeder Mieter selbst eine teure Anlage installieren muss, profitieren alle vom gemeinsamen Dach. Das schafft nicht nur Sympathiepunkte beim Vermieter, sondern macht dein Gebäude auch attraktiver auf dem Wohnungsmarkt.
Technik-Check: Das gilt für Batteriespeicher
Apropos Speicher: Wer ab 2026 einen neuen Batteriespeicher anschafft oder betreibt, muss einige technische Details beachten. Die Anforderungen an die Systemtechnik werden verschärft, um förderfähig zu bleiben.
Besonders wichtig wird die Regelung zur vorrangigen Speicherladung. Das bedeutet, dein Speicher muss intelligenter werden und gezielt dann laden, wenn es für das Stromnetz am sinnvollsten ist – also bei hoher PV-Produktion und niedrigem Netzbedarf. Gleichzeitig etablieren sich neue Geschäftsmodelle: Dein Speicher kann Teil eines virtuellen Kraftwerks werden, bei dem viele kleine Speicher gemeinsam wie ein großes Kraftwerk agieren und das Stromnetz stabilisieren. Dafür gibt es dann wiederum Vergütungen.
Wichtig: Bei der Planung unbedingt darauf achten, dass das Speichersystem die neuen technischen Standards erfüllt. Ein qualifizierter Fachbetrieb weiß hier Bescheid.
Netzentgelte: Kleine Entlastung für Selbstversorger
Last but not least eine positive Nachricht aus der Bürokratie: Die geplante Reform der Netzentgeltstruktur ab 2026 sieht eine Reduzierung der Entgelte für solarproduzierten Eigenverbrauch vor.
Was heißt das in Euro und Cent? Wenn du deinen selbst produzierten Strom selbst verbrauchst oder überschüssigen Strom ins Netz einspeist, fallen dafür niedrigere Netzentgelte an als bisher. Das mag auf den ersten Blick nach Kleinstrom aussehen, aber über die Jahre gerechnet macht sich das bemerkbar. Besonders für Haushalte, die konsequent auf Eigenverbrauch setzen, ist das eine willkommene finanzielle Anerkennung dafür, dass sie das Stromnetz entlasten.
Fazit: Chancen nutzen statt Ängsten nachgeben
Ja, 2026 bringt Veränderungen für private Solarbetreiber mit sich. Die Zeiten der garantierten, festen Einspeisevergütung für alle Anlagengrößen sind vorbei. Aber dafür eröffnen sich neue Wege der Unabhängigkeit: Durch optimierten Eigenverbrauch mit Speicher und dynamischen Tarifen, durch Mieterstrommodelle oder durch die Teilnahme am Strommarkt mit Marktprämie.
Dein To-Do für 2026:
- Prüfe die Leistung deiner Anlage: Unter 10 kW? Du hast die Wahl. Darüber? Informiere dich früh über Direktvermarkter.
- Investiere in einen zukunftssicheren Batteriespeicher mit den neuen technischen Standards.
- Wenn du vermietest: Prüfe die Möglichkeiten des Mieterstroms – das lohnt sich für alle Seiten.
- Bleib dran: Die Bundesnetzagentur passt die Rahmenbedingungen quartalsweise an, also halte die Augen offen für neue Entwicklungen.
Die Energiewende wird erwachsen – und mit ihr auch die Möglichkeiten für uns Hausbesitzer. Mit dem richtigen Setup bist du 2026 nicht nur gut gerüstet, sondern womöglich besser dran als je zuvor. Auf eine sonnige Zukunft!